Rebsortenspiegel

Die weltweite Weinbaufläche beträgt (Stand: 2000) etwa 7,9 Millionen ha, das entspricht 79.000 km². Auf Europa entfallen davon fast 5 Millionen ha (50.000 km²).

Es ist schwer, eine Rangliste der meistkultivierten Rebsorten zu erstellen. Die Zahlen beruhen auf Statistiken aus verschiedenen Jahren und wurden mit unterschiedlichen Methoden erhoben. So werden beispielsweise manche Sorten in einigen Ländern zusammengefasst, in anderen nicht. Auch werden einzelne Sorten aufgrund von Vorlieben oder Gesetzesvorgaben gefördert oder auch zurückgenommen. Aus diesem Grund ist bei einem derartigen Vergleich Vorsicht geboten und das Erstellen einer uneingeschränkt gültigen Liste nicht möglich.

Die Fläche in der nachstehenden Tabelle ist in Hektar angegeben, die Spalte Farbe korreliert mit der farblichen Unterlegung der entsprechenden Zeilen. In der Spalte Synonyme stehen jeweils bis zu zwei Synonyme für den meistverbreiteten Namen. Die Spalte Hauptanbaugebiete zeigt die Staaten mit den größten Rebflächen, und Jahr bedeutet das Jahr der Erfassung der Daten.

Fläche (ha)  ↓Rebsorte  ↑Farbe  ↓Synonyme  ↓Hauptanbaugebiete  ↓Jahr  ↓

338.635

Airén

weiß

Lairén, Valdepeñas

Spanien

2000

30.000

Alicante Bouschet

rot

Alicante-Henri_Bouschet, Alicante nero

Frankreich, Algerien

1999

23.000

Aligoté

weiß

Alligotay, Blanc de Troyes

Frankreich, Schweiz

1999

15.000

Aramon noir

rot

Pisse-Vin, Ugni noir

Frankreich, Algerien

1999

92.630

Bobal

rot

Bobos, Espagnol

Spanien

2000

44.000

Cabernet franc

rot

Bouchet, Cabernet Frank

Frankreich, Italien

 ?

200.000

Cabernet Sauvignon

rot

Bordeaux, Sauvignon Rouge

Frankreich, Italien, Chile

2004

28.000

Cardinal

rot

Apostoliatiko, Rannii Carabournu

Spanien, Rumänien

2000

250.000

Carignan [1]

rot

Cariñena, Mazuela

Frankreich, Spanien

1999

60.000

Catarratto bianco comune

weiß

-

Italien

 ?

15.000

Catarratto bianco lucido

weiß

-

Italien

 ?

10.700

Cayetana blanca

weiß

Cayetana, Calegrano

Spanien

 ?

38.000

Cereza

rot

Cereza italiana

Argentinien

 ?

100.000

Chardonnay

weiß

Arnoison, Beaunois

Frankreich, USA, Deutschland, Chile

2000

10.711

Chelva

rot

Gabriela, Guarena

Spanien

2000

54.000

Chenin blanc

weiß

Pineau de la Loire, Steen

Südafrika, Frankreich

1999

45.000

Cinsault

rot

Cinsaut, Otavianello

Frankreich, Italien

 ?

29.600

Colombard

weiß

French Colombard, Colombar

USA, Südafrika

2002

30.000

Concord

rot

Dalmadin, Furmin noir

USA, Kanada

2000

35.000

Criolla grande

rot

Criolla, Criolla Sanjuanina

Argentinien

 ?

23.600

Fernão Pires

weiß

Maria Gomes, Gaeiro

Portugal, Südafrika

1999

40.000

Gamay

rot

Gamay noir à jus blanc, Bourguignone Noir

Frankreich, Schweiz

 ?

13.050

Garganega

weiß

Garganega Bianca, Garganega Biforcuta

Italien

1998

8.000

Gewürztraminer

weiß

Traminer, Roter Traminer, Gelber Traminer

Frankreich, USA , Deutschland, Italien (Südtirol)

1998

15.000

Grauburgunder

weiß

Pinot gris, Pinot grigio, Ruländer

Deutschland, Rumänien, Italien

 ?

240.000

Grenache noir

rot

Garnacha tinta, Cannonau

Spanien, USA, Frankreich, Italien

1999

17.500

Grüner Veltliner

weiß

GV, Weißgipfler

Österreich, Ungarn

2002

35.000

Gutedel

weiß

Chasselas, Gelber Moster, Chaslie

Rumänien, Ungarn, Deutschland, Schweiz

1999

70.000

Isabella

rot

Frutilla, Odessa

Brasilien, GUS-Staaten

 ?

30.000

Kadarka

rot

Blaue Ungarische, Gamza

Ungarn, Serbien

1999

47.000

Macabeo

weiß

Maccabeu, Viura

Spanien, Frankreich

1999

18.000

Malbec

rot

Auxerrois, Côt noir

Argentinien, Frankreich, Chile

1999

13.000

Melon de Bourgogne

weiß

Melon, Muscadet

Frankreich, USA

1999

11.300

Mencia

rot

Jaén du Dão, Loureiro

Spanien, Portugal

 ?

200.000

Merlot

rot

Merlot noir

Frankreich, Italien, Schweiz, Chile

2004

85.000

Monastrell + Mourvèdre [3]

rot

Monastrell, Moristel, Mataro

Spanien, Frankreich

1999

45.000

Muscat blanc à petits grains

weiß

Gelber Muskateller, Moscato bianco

Frankreich, Bulgarien

1999

20.000

Muscat de Hambourg

weiß

Muskat Hamburg, Black Hamburg

Frankreich, Griechenland

1999

50.000

Muskat Alexandrien

weiß

Muscat d'Alixandrien, Zibbibo

Marokko, Australien

1999

45.000

Müller-Thurgau

weiß

Rivaner, Riesling-Silvaner

Deutschland, Österreich

1999

8.667

Nuragus

weiß

Abbondosa, Granazza

Italien (Sardinien)

1999

35.000

Palomino

weiß

Listán blanco, Perrum

Spanien, Mexiko

1999

51.700

Pardillo

weiß

Cayatano, Pardilla

Spanien

2000

10.400

Parellada

weiß

-

Spanien

2000

52.000

País

rot

Misión, Mission

Chile, Mexiko

1999

20.500

Pedro Giménez [5]

weiß

-

Argentinien

2000

21.000

Pedro Ximénez [5]

weiß

PX, Pedro Jiménez

Spanien, Australien

2000

60.000

Pinot noir

rot

Spätburgunder, Blauer Burgunder

Frankreich, Deutschland

1999

15.000

Portugieser

rot

Portugalské Modré, Oporto Kék

Deutschland, Ungarn

1999

17.000

Primitivo

rot

Uva delle Pergloa, Blauer Scheuchner

Italien

1997

120.000

Regina [2]

weiß

Regina bianca, Dattier de Beyrouth

Italien, Türkei

2000

60.000

Riesling

weiß

Rheinriesling, Donauriesling

Deutschland, Frankreich, Australien

1999

40.000

Rkatsiteli [4]

weiß

Rkaziteli, Baiyu

GUS, China

1999

96.000

Sangiovese

rot

Brunello, Nielluccio

Italien, Frankreich

1999

45.000

Sauvignon blanc

weiß

Blanc fumé, Fumé blanc

Frankreich, Chile

1998

15.000

Schwarzriesling

rot

Müllerrebe, Pinot Meunier

Frankreich, Deutschland

1999

12.000

Silvaner

weiß

Gamay Blanc, Fliegentraube

Deutschland, Frankreich

1999

440.000

Sultana

weiß

Thompson seedless

Türkei, USA, Iran

 ?

95.000

Syrah

rot

Shiraz, Hermitage

Frankreich, Spanien, Australien, Südafrika, Chile

2002

34.000

Sémillon

weiß

Green Grape, Hunter River Riesling

Frankreich, Chile

 ?

100.000

Tempranillo

rot

Tinta Roriz, Cencibel

Spanien, Portugal

 ?

223.200

Trebbiano + Variationen

weiß

Ugni Blanc

Frankreich, Italien

1999

17.000

Weißburgunder

weiß

Pinot bianco, Weißer Klevener

Italien, Deutschland

 ?

35.000

Welschriesling

weiß

Riesling italico, Olaszrizling

Rumänien, Ungarn

1999

10.000

Xarell-Lo

weiß

Xarello, Jaén Blanco

Spanien, Portugal

1999

25.000

Zinfandel

rot

Primitivo

USA, Mexiko, Italien

2002

Anmerkungen zur Tabelle:

  1.  Die Angaben bei Carignan ohne Osteuropa und Asien belaufen sich auf 191.000 ha. Mit Osteuropa und Asien steigt die Fläche bis zu 250.000 ha. Allein in Frankreich befinden sich 100.000 ha (im Jahr 2000). Je nach Statistik liegen so entweder Carignan oder Grenache noir auf Platz 3 bzw. 4 der Tabelle.
  2.  Bei der Rebsorte Regina schwanken die Flächenangaben zwischen 120.000 und 150.000 ha.
  3.  Bei DNA-Analysen im Jahr 1998 wurde festgestellt, dass Monsastrell identisch ist mit Moristel, jedoch nicht mit Mourvèdre, wie lange angenommen wurde. Die Statistiken weisen die Sorten aber oft nur gemeinsam aus. Der Anteil von Mourvèdre sollte jedoch sehr gering sein.
  4.  Bei Rkaziteli gehen einige Statisktien von einer weit größeren Verbreitung aus. In Anbetracht des Rückgangs der Rebflächen in der GUS erscheint dies aber als unwahrscheinlich.
  5. ↑ a b Meist werden Pedro Ximénez und Pedro Giménez in den Statistiken als eine Sorte geführt. Dass sie identisch sind, ist wahrscheinlich, wird von argentinischen Ampelographen aber bestritten.

weiße Rebsorte


 

 

Weißwein entsteht durch Vergärung des Traubensaftes ohne Beerenhaut und Stiele (Maische). Es ist auch möglich, Weißwein aus roten Trauben herzustellen. Man bezeichnet diesen Wein als Claret bzw. in Frankreich auch als Blanc de Noir (Champagner). Die Farbstoffe der Traube sitzen fast zu 100 % in der Haut. Deshalb wird der Wein nur rot, wenn diese Farbstoffe aus der Haut gelöst werden. Dies geschieht bei der Gärung durch den Alkohol, aber auch durch den Traubensaft und den darin enthaltenen Zucker. Deshalb ist es bei aus Rotweintrauben gewonnenem Weißwein besonders wichtig, das Lesegut gesund, also unverletzt, zur Verarbeitung zu bringen, um es dann so schnell wie möglich zu keltern, damit Traubenschalen und Saft getrennt werden. Nach der Kelterung wird der frisch gepresste Most sedimentiert (Absenken der Trubstoffe) oder flotiert. Ein Prozess, bei dem Stickstoff oder Sauerstoff sowie Gelatine in den Mosttank gepumpt wird. Da der Druck entweichen kann, reißt er die Trubteilchen nach oben (selbes Prinzip, wenn man eine Flasche Mineralwasser schüttelt und dann den Verschluss öffnet). Durch die Gelatine bildet sich im oberen Tank ein Trubkuchen. Andere Möglichkeiten einen Most zu klären sind filtrieren oder separieren. Dem geklärten Most werden Reinzuchthefen (Sacharomyces cervisiae oder/und Baianus)zugegeben. Der Most gärt meistens zwischen 15 und 20 Grad Celsius. Nach der Gärung wird der Jungwein abgestochen. Damit bezeichnet der Winzer das Trennen von Wein und Hefe und wird geschwefelt um ihn mikrobiologisch stabil zu halten. Bevor der Wein abgefüllt werden kann, muss er noch filtriert und geschönt (Zugabe von Weinbehandlungsmitteln) werden.

rote Rebsorte


 

 

Die bekanntesten Rebsorten, aus denen weltweit vorzügliche Rotweine hergestellt werden, sind Cabernet Sauvignon und Merlot (beispielsweise für Bordeaux-Weine, zu deren Cuvée (Verschnitt) jedoch auch der Cabernet Franc gehört) sowie Spätburgunder. Es gibt eine ganze Reihe weiterer Rebsorten, aus denen in vielen Weinbaugebieten weltweit erstklassige Rotweine hergestellt werden können.

 

Rotwein entsteht durch Vergärung des Traubenmostes auf der Maische während ungefähr 2 bis 30 Tagen, wodurch sich die in den Schalen enthaltenen Farbstoffe (Anthocyane) im Alkohol lösen. Einige wenige Rebsorten enthalten die erforderlichen Farbstoffe bereits von Anfang an in ihrem Saft (z. B. Dornfelder oder Dunkelfelder); sie werden daher auch gerne zur Cuvée genommen, um anderen roten Sorten einen tieferen Rotton zu verleihen. Die wichtigsten Produktionsschritte sind das Maischen, die Gärung und das Keltern (das Pressen). Das Fruchtfleisch der meisten Trauben ist fast farblos; die Farbstoffe sitzen nur in den Traubenhüllen, je nach Sorte gelblich, rot oder dunkelblau. Im Unterschied zur Weißweinherstellung werden daher beim Rotwein nach dem Quetschen und Rebeln die Schalen nicht vom Most getrennt, sondern dieser lagert je nach Temperatur (üblicherweise zwischen 20 und 30 °C) 4–21 Tage auf der Maische. Bei kürzerer Verweilzeit auf der Maische entsteht ein zarter gefärbter Roséwein. Die wichtigsten Vinifikationsverfahren sind Pigeage, Remontage Maceration carbonique sowie Roto-Fermentation. Nach einem anderen, im deutschen Weinbaugebiet Württemberg angewendeten Verfahren gewinnt man den Farbstoff durch Erhitzen der Maische auf 50-90 Grad. Celsius und anschliessendem Abkühlen. Der Most wird daraufhin gekeltert und vergoren. Da der Wein auf diese Weise einen deutlichen Erhitzungston annimmt, der an gekochte Früchte und Marmelade erinnert, lassen sich auf diese Weise keine Spitzenweine herstellen. Rote Weintrauben im Oktober am Rande des Fränkischen Rotwein-Wanderweges Neben den Farbstoffen befinden sich auch Tannine und Aromastoffe in den Beerenschalen; dadurch enthalten Rotweine insgesamt mehr Inhaltsstoffe als Weißweine. Für ein harmonisches Bouquet ist die Reifezeit von Rotwein daher länger als die von Weißwein; sehr junge, besonders gerbstoffreiche Rotweine wirken oft noch rau und verschlossen. Tannin ist der Stoff, der Rotweine bitter machen kann und im Mund ein pelziges, zusammenziehendes Gefühl hinterlässt. Die richtige Menge kann für die Textur und den Geschmack des Weins jedoch Wunder tun. Tannin und Säure haben darüber hinaus die positive Eigenschaft, konservierend zu wirken, wodurch sich Weine mit einem hohen Anteil an einem oder beiden Stoffen in der Flasche viele Jahre lang halten. Um einen kräftig gefärbten Rotwein zu erhalten, ist der Winzer bestrebt, möglichst viel roten Farbstoff und die richtige Menge an Gerbstoffen aus den Schalen in den Wein zu bringen. Für eine optimale Extraktion müssen die Schalenteile und der Most ständig in Kontakt bleiben; die aufschwimmende Maischeschicht wird deshalb immer wieder mechanisch eingetaucht. Zuweilen wird die Maische erwärmt, um diesen Prozess zu beschleunigen. Durch stark färbende Trauben (Dornfelder, Dunkelfelder), die dem Most zugesetzt werden, kann ein intensiverer Farbton erzielt werden. Die vergorene Maische wird ca. drei bis vier Wochen nach der Gärung gekeltert. Dies erfolgt traditionell in Eichenfässern. Der Inhalt wird dabei mehrfach umgefüllt und so belüftet. Beim Barrique-Verfahren wird eine besonders lange Extraktion der Holzinhaltsstoffe aus Eichenfässern bewirkt; sie besitzen ein Volumen von 225 Litern. Da Holzfässer etwa 70–80 % ihrer Geschmacksstoffe bereits bei der ersten Benutzung abgeben, sollte ein Barriquefass zur Geschmacksaufwertung nur ca. dreimal eingesetzt werden. Die meisten Weine gären jedoch in Stahl- oder Kunststofftanks. Nach der ersten (alkoholischen) Gärung erfolgt bei hochwertigen Weinen eine zweite (malolaktische) Gärung, meist bei erhöhter Temperatur. Dies wird auch als „biologischer Säureabbau“ (BSA) bezeichnet, denn die scharfe Äpfelsäure (Apfel = lateinisch malum) wird bakteriell in die milde Milchsäure (Milch = lateinisch lactus) umgewandelt.

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